#22: Johannes Everke
Shownotes
Die „Spätsommerfolge“ von „For the record(ed.)“ ist online! Johannes Everke, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) war zu Gast bei Florian Drücke im Podcast. Die beiden sind dabei auf ganz unterschiedliche Fragen zu sprechen gekommen: von Live-Branche und Partnerschaften bis hin zu immersiven Konzerterlebnissen, Nachwuchsförderung und vielem mehr. Hört gerne rein, wir freuen uns über Feedback!
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00:00:00: FOR THE RECORDED, der Podcast für Musik, Business, Politik und Gesellschaft.
00:00:06: Ich möchte ein Erlebnis verbinden mit der Musik die du magst.
00:00:11: Der analoge Moment nähe untereinander, nähe zu den Künstlern.
00:00:14: Das sind die großen Erlebnisse, die suchen die Menschen und deswegen ist mir eigentlich auch nicht bange um die Musik in einer digitalen Zeit.
00:00:29: Hallo ich bin Florian Drücke Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie Und das ist For The Recorded, der podcast für Musik ,Business, Politik.
00:00:39: Mir gegenüber sitzt heute Johannes Ewerker.
00:00:42: Johannes ist seit Januar zwanzig, dreiundzwanzig Geschäftsführer des BDKV Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft und vertritt die Interessen der deutschen Live Entertainment Branche gegenüber Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit.
00:00:56: Der Jurist & Kultur Manager verfügt über langjährige Erfahrungen an der Schnittstelle von Kultur, Wirtschaft oder Politik aber auch in der Produktion von Oper, Theater und Konzern.
00:01:06: vor seinem Wechsel zum BDkv war er in Leitner Funktion bei Hamburg Marketing und verantwortete dort unter anderem Projekte zur Positionierung Hamburgs als Musikstadt- und Kreativwirtschaftsstandard.
00:01:18: Darüber hinaus engagierte er sich in verschiedenen Gremien der Kultur- und Musikwirtschaft, neben Jura studierte er in München Theaterwissenschaften an der Hamburger Hochschule für Musik- und Theaterkulturmanagement.
00:01:29: ganz aktuell wurde er zum Vorsitzenden des Fachausschusses Musikwirtschaft des Deutschen Musikgratis in den Beirat der Hamburger Klubstiftung Und ganz, ganz aktuell noch viel aktueller zum Aufsichtsratsmitglied der Initiative Musik berufen.
00:01:45: Lieber Johannes, schön dass du zu Gast bist hier in unserem Podcast und wir endlich mal in diesem Rahmen – Wir sehen uns ja häufiger über die Live-Weltbranche Themen und verschiedene andere Bezüge sprechen können.
00:02:00: Ja danke schön!
00:02:01: Danke für die Einladung.
00:02:03: Ich habe jetzt einiges zu deinem Lebenslauf einführend gesagt und dabei die wesentlichen Stationen unterstrichen, aber natürlich ist das was Die Hörerinnen und Hörern jetzt mal vordergründig als Bezug sehen.
00:02:20: Das Thema Musik verbindet uns nicht nur beruflich Aber reingesumt du vertritt sie livebranche Wie hörst Du?
00:02:31: Musik.
00:02:31: Wie nutzt du Musik, muss man ja vielleicht auch sagen?
00:02:34: Aber wie ist deine Musikwelt aktuell?
00:02:37: Ich gehe wahnsinnig gerne zu Konzerten.
00:02:39: Das ist nicht nur weil ich dieser Branche angehöre sondern das ist der Grund weswegen ich in die Branche gegangen bin.
00:02:47: und Musik hören ist so wie bei allen im Stream wahrscheinlich bei mir die häufigste was Stunden betrifft Nutzungsfahren.
00:02:57: D.h.,
00:02:59: Arbeitest die ganze Zeit auch bei Live Events und das ist dein Job.
00:03:05: Und dann wird gestreamt, die Playlist fühlt sich ein
00:03:13: bisschen wie Nühl dabei?
00:03:14: ... nicht der Rede wert.
00:03:17: Ich habe auch noch CD-Regale, also...
00:03:21: Alles kommt wieder?
00:03:22: Ja alles kommt wieder.
00:03:23: Nee es hört sich jetzt gar nicht so an als würde ich die ganze Zeit bei Musikveranstaltungen arbeiten.
00:03:26: das wäre wahnsinnig schön aber ich arbeite für Musikveranstalten und nicht bei Musik Veranstaltung.
00:03:32: Hast du beim Thema Live weil du das ja auch besonders in den Vordergrund gestellt hast hättest du da für dich das Live Erlebnis was dich Zulife Musik gebracht hat.
00:03:43: Also als Fan, als junger Johannes...
00:03:48: Jetzt kann ich wirklich ganz, ganz weit zurückgehen und hört sich wild an.
00:03:51: aber ich komme aus Dona Eschingen.
00:03:53: das ist ein ganz kleiner Ort in Süddeutschland.
00:03:55: der ist kulturell das ganze Jahr über nicht wirklich auf der Landkarte außer, außer in diesem einen Wochenende wenn sich die Dona eschinger Musik Tage dort stattfinden Die neue Musik-Szene national und zum Teil auch international dort trifft.
00:04:15: Also seit über hundert Jahren gibt es da dieses kleine Festival, das wurde von den Fürstenbergern irgendwann mal gestiftet die das immer noch liebevoll begleiten.
00:04:26: aber die Musiktage waren so ein Ort wo Stravinsky oder andere ja präsentiert wurden kann man vielleicht schon sagen und ich bin dorthin gekommen Im Alter von drei oder vier Jahren, weil mein Vater dort Bürgermeister wurde in Donneresching.
00:04:46: Und der war selber noch sehr jung zu der Zeit und fand es wahnsinnig aufregend und spannend was da so passiert hat die Familie eben mitgenommen und so bin ich vielleicht fünf bei meinem ersten von der Eschlinger Musik-Tage Konzert Erlebnis
00:05:02: gewesen.
00:05:02: Und da hat es uns erst mal die
00:05:04: Toten Hosen gehört!
00:05:05: Ich habe noch einen sehr lebendigen Eindruck von diesem Moment, das war ein abgedunkelter Saal in der Sternensaal und dabei eine Klanginstallation von es müsste Luigi Nono gewesen sein wo dann so floristierende Fäden durch den Raum gingen und sphärische Klänge diesen Moment so begleitet haben.
00:05:23: Das war für mich wahnsinnig starkes Erlebnes.
00:05:27: Ab dem Moment habe ich diese Musiktage als so ein Abenteuer empfunden und wirklich jedes Jahr verfolgen dürfen, weil mein Vater mich immer mitgenommen hat.
00:05:34: Und da gab es dann persönliche Bekanntschaften zu Komponisten die in der Zeit einfach auch prägend waren, die man auf einer menschlichen Ebene kennenlernt und nicht über das Werk.
00:05:48: Das eröffnet einen ganz anderen Zugang zum Werk und auch zu erleben wie Ensembles um ein Werk, eine Uraufführung ringen.
00:05:58: Weil das sind ja vor allem Urafführungen.
00:05:59: Das macht das Ganze zu einem Werkstattfest.
00:06:02: Zu was ganz lebendigem und diese Art von Kulturproduktion.
00:06:06: Diese Arbeit mit dem Werk miteinander im Ensemble für diesen einen Moment hat mich wahnsinnig begeistert und da wollte ich immer irgendwie Teil eines solchen Apparats sein.
00:06:19: Wahnsinn!
00:06:19: Das klingt an einem sehr prägenden Umfeld auch... Bist du darüber auch zu Instrumenten gekommen?
00:06:28: Also gab es da auch so was, wo du gesagt hast, okay Klang-Installateur kann ich ja nicht direkt werden.
00:06:33: Vielleicht
00:06:33: fangen wir mit der... Du hast die Blockflöten gefragt!
00:06:37: Ich habe gehofft, ich komme darum herum.
00:06:39: also ich hab klar, ich habe auch versucht selber zu musizieren und wahrscheinlich scheitete das an Musikalität und an Fleiß auch.
00:06:48: Also ich habe Bass gespielt insbesondere aber Aber das habe ich noch nie im professionellen Umfeld erwähnt, weil das holt mich ein.
00:06:58: Jetzt ist es raus!
00:06:59: Aber diese Erfahrung Donau Asching hast du dann über mehrere Jahre im Turnus heranwachsend gelebt und darin hat sich dann verfestigt dieser Gedanke den Du gerade geteilt hast, dass Du Du wolltest Teil eines solchen Teams einer solchen Struktur werden?
00:07:21: Und das hat dich wirklich geleitet?
00:07:23: Ja, das hat mich tatsächlich wirklich geleidet.
00:07:24: Ich war ja jedes Jahr und du betriffst... wie ich jetzt gerade gesagt habe, jedes Jahr die selben Leute und du wächst mit dieser stilistischen Weiterentwicklung.
00:07:34: Und ich saß jedes Jahr neben Wolfgang Riem.
00:07:37: Ich mein, du als Süddeutscher, als Partner kennst den vielleicht genau... Das waren mächtige Erscheinungen, kluger liebenswärter, charmanter Typ Und der hat mich sozusagen neben sich aufwachsen.
00:07:52: Und solchen Leuten immer wieder zu begegnen, das hält einen dran.
00:07:56: Aber ich habe dann in der Schulzeit schon angefangen, mich einzubringen bei den schulischen Produktionen die es so gibt aber eigentlich nur einmal auf der Bühne und sonst immer nur im Umfeld.
00:08:09: Und logischerweise hast du dann Juho studiert?
00:08:13: Also ist ja klar was denn sonst wenn man...
00:08:16: Ja, das war so ein bisschen taktisch.
00:08:17: Also es hat sich dann... weil ich habe ja Spaß an all diesen Kunstformen und die komplexeste Zusammenführung aller Kunstforms ist die Oper.
00:08:25: Da hast du die darstellende Kunst, die bildende Kunst Und die Musik an einer Stelle in Ensemble.
00:08:30: Leistungen Die Opernproduktion sind wahnsinnig komplex.
00:08:33: Das fand ich die schönste und deswegen also erstrebenswerte Herausforderer Da wollte ich hin oder Operndirektor werden So, Opernhäuser.
00:08:40: Wie viele gibt's davon in Deutschland?
00:08:42: Da wird nicht jedes Jahr eine Stelle
00:08:44: frei.".
00:08:45: Also die Chance zu scheitern ist unglaublich hoch.
00:08:47: und er dachte dann studiere ich halt Jura weil damit falle ich auf die Füße mit dem Fall dass das nix wird mit Opa.
00:08:53: Und es hat geholfen!
00:08:54: Ja aber hallo und vor allem hast du dich dann ja auch... Du bist ja dann noch ins Kulturmanagement gegangen.
00:08:59: Das heißt du hast dann die juristische Linie verlassen Und er hat gesagt, okay jetzt komme ich darüber wieder in meiner eigentlichen Berufung näher.
00:09:14: oder war das dann weniger Taktik?
00:09:16: Das war
00:09:17: auch total Takti.
00:09:18: Also weil ich habe in der Schlussphase des Studiums in München und im Referendiat, insbesondere habe ich schon am Prinz Regenteater gearbeitet stellenweise oder bei den Kamerspielen und hab so ein bisschen praktische Erfahrung gesammelt.
00:09:34: Dann war ich fertig.
00:09:35: Zweite Examen... war auf dem Tisch, aber was macht man dann?
00:09:39: Also wenn du nicht sofort eine Stelle hast ist es schwierig in den Bereich weiter zu arbeiten.
00:09:47: Wenn du in die Freie Opernszene in Produktion gehst und bist Volljurist dann halten, die dich wahrscheinlich erst mal für gescheitert... ...wenn du allerdings währenddessen eingeschrieben bist bei Kulturmanagement dann hängst du dir, oh wow!
00:09:57: Das kann der auch noch.
00:10:00: Ich habe natürlich etwas dazu gelernt.
00:10:01: ich hab wahnsinnig profitiert im Netzwerk weil dieses Kultur-Management war ein berufsbegleitender Studiengang Also so Freitag, Samstag vor allem die Vorlesungsschwerpunktage hatte und man konnte Montag, Dienstag, Mittwoch arbeiten und praktisch Erfahrung sammeln.
00:10:17: Und diejenigen, die da als Dozierende waren, die war ein tolles Netzwerk.
00:10:21: also davon habe ich total profitiert und insofern konnte ich mir trotz bereits abgeschlossener Berufsausbildung leisten dann noch sehr viel auszuprobieren ... alles Mögliche zu machen und das war deswegen eine extrem produktive Zeit.
00:10:38: Super, und das hat dich dann... Wir haben es ja eingangs gehört aber das hat sich dann als wesentliche Stationen vor dem BDKV nach Hamburg gefühlt?
00:10:51: Und dort hast du ja das Thema... Da musst du selber mal sagen also in der Wahrnehmung jetzt wie ich's für mich abgelegt habe... Hast Du ja genau dieses Thema Platzierung von Hamburg in dem Kreativwirtschaftsumfeld plus Musikfokus dann verantwortet und auf- und ausgebaut.
00:11:14: oder wie würdest du das jetzt den Zuhörerinnen beschreiben?
00:11:18: Ja, Hamburg hatte gegen Leipzig eine nationale Olympia Bewerbung verloren.
00:11:26: Und dass obwohl Leipzig objektiv wegen der Kriterien des DOSB gar nicht geeignet war Olympische Spiele auszurichten, Mangels Hotelbettenanzahl und Instruktur.
00:11:38: Und die Hamburger haben das sehr ernst genommen,
00:11:43: diesen
00:11:44: Moment.
00:11:45: Ja, ich habe dann sich gefragt so dass da ist irgendwas wirklich fundamental daneben gegangen wie konnte das passieren?
00:11:49: Warum sind wir in der Außendarstellung nicht so super wie wir denken?
00:11:52: das hier sind so ähnlich?
00:11:54: Und Ole von Beusti ist der Bürgermeister damals, der hat dann gesagt, diese Stadtmarketing irgendwie koordinieren muss, dass man das versuchen muss die Außendarstellung Hamburgs konsistent zu halten und nicht so ein diffuses Bild von Hamburg zu haben.
00:12:11: Wenn man Hamburg heute als Flugreisender morgen als Tourist und übermorgen als Student und irgendwie wie auch immer begegnet.
00:12:19: also die Außendarstellung Hamburg war nicht konsistent und dafür wurde die Hochmarketing gegründet.
00:12:24: ja und wir haben das als Hochmarkting so ein bisschen betrieben Wie Unternehmen Betreiben, also unterstützt von einer Firma die Brandmeier Markenberatung.
00:12:35: Die waren damals einfach auch sehr fortschrittlich mit der Idee wie man Städte, wie Marken platziert oder begreift.
00:12:43: Den wurde dann untersucht.
00:12:45: was macht Hamburg eigentlich aus?
00:12:47: Also positive Vorurteile über Hamburg, Kenntnis über Hamburg.
00:12:53: Was macht den Unterschied?
00:12:54: und das war eine Nicht nur eine Befragung, das waren ganz viele Befragen.
00:12:58: Die empirisch gestützten Verbraucher und Unternehmen befragt und zwar national und international.
00:13:06: Eine fünfte Befrage war dann innerhalb Hamburg so als Kontrolle wie ist das Außenbild und das Innenbild?
00:13:13: Stimmen die denn überein?
00:13:15: Und daraus hat sich ein relevant Set an ganz konkreten Gegebenheiten herauskristallisiert, die bekannt sind, die glaubwürdig und die Sympathie treiben.
00:13:27: Und in diesem ganzen Set, was so der Art in Anführungszeichen Marke Hamburg definiert wurde die Musik immer wieder genannt und in verschiedener Form unter anderem die Rehbarbahn als ein Ort von Clubs, von internationaler Jungen Musikszene, von Kreativwirtschaft.
00:13:47: aber auch in der klassischen Musik hat Hamburg ja schon einige Assets gehabt und da wuchs dann der Bedarf mit diesen Themen dann auch umzugehen, die weiter zu entwickeln und die internationalen national spezifisch zu kommunizieren.
00:14:02: Und das wurde dann eine Aufgabe, die wir ja mit Veranstaltungen, mit Medienarbeit, mit verschiedensten Ansätzen gemacht haben.
00:14:12: Das war sehr, sehr schön!
00:14:13: Super spannend weil es geht jetzt wirklich in der Zeit ein ganzes Stückchen zurück wo wir vieles von dem was ihr etabliert habt als gegeben ... ansehen als Akteure, ne?
00:14:24: Weil das ist ja eine Zeit gewesen.
00:14:27: Keine Ahnung, wahrscheinlich hast du dann Barbara Kistler angerufen und gesagt so... Hey!
00:14:30: Du musst jetzt mal aus Berlin nach Hamburg kommen.
00:14:33: Das war eine tolle Frau.
00:14:35: Wunderbar.
00:14:37: Sehr, sehr beeindruckend.
00:14:40: Lass uns zur Musik zurückspringen in deine Verantwortung aktuell.
00:14:48: BDKV und BVMI sind ja nicht nur die beiden großen Branchenverbände, sondern sind auch seit Jahrzehnten gute Partner in einem sich wandelnden Umfeld.
00:15:04: Ich kann mich erinnern als ich angefangen habe wurde mir immer gesagt menschleun und guck mal hier wart mal so groß jetzt sind wir so groß und guckt mal hier.
00:15:15: und digitalisierung euer niedergang hier und wir sind aber noch viel größer und wir waren mal alles Dinge die mich irgendwie nie so wirklich interessiert haben, weil ich das damals schon... Das war die Realität.
00:15:28: und jetzt haben wir fast vorwarten Umfeld wo wir sagen wir mal die nächsten Evolutionsschritte miteinander gehen.
00:15:36: Aber möchtest du vielleicht nochmal ganz kurz zum BDKV was sagen?
00:15:40: Damit die Zuhörerinnen, die noch nicht so tief in den Verbandstrukturen sind wie wir da was zu hinterlegt haben und vielleicht aktuell mal so deine Wahrnehmung der Branche auch mal mit uns teilen.
00:15:55: Klar, also während ihr wenn ich das so sagen darf als Musikindustrie den Bereich recordet bedient bedient der BDKV den Bereich Livekultur und zwar nur die bewahrtwirtschaftlichen Akteure in Akteuren der Livekultur.
00:16:11: Also wir sind nicht Vertreter der Opernhäuser oder öffentlichen Kulturanbieter, sondern wir sind nur diejenigen, die eben die privatwirtschaftliche Seite abdecken.
00:16:24: Und das ist dann im Schwerpunkt sicherlich Musik.
00:16:27: Da sind es dann Veranstaltende aber auch Agenturen also Vermittler zum Beispiel in klassischen Musikbereichs sind die insbesondere ja sehr relevant privatverschaftliche Vermittlern von Künstlerinnen und Künstlern.
00:16:41: Und neben der Musik Show, Family Entertainment und Wort.
00:16:48: Also Comedy, Kabarett – das sind ja auch wesentliche Teile des Live-Entertainments.
00:16:53: All die vertreten wir?
00:16:54: Das sind
00:16:55: ordentlich gewachsen über die letzten...
00:16:56: Ordentlich gewachsen!
00:16:58: Und wir haben insgesamt vierhundertachtzig Mitgliedsunternehmen.
00:17:04: Das ist zunächst mal überschaubar in der Größenordnung verglichen mit anderen Verbänden aber unsere Mitglieder sind für etwa drei hunderttausend Veranstaltungen pro Jahr in Deutschland.
00:17:19: Fast jeden Tag irgendwie fast tausend sind, wenn ich das jetzt mal so kurz...
00:17:25: Aber es ist auch, wenn man dann genauer reinguckt, es ist einfach sauviel.
00:17:29: also von BITS ne?
00:17:30: Also
00:17:30: von
00:17:31: dreißig Leute bis hundertausend Leute
00:17:34: und die aller allermeisten Veranstaltung laufen ja in einem sehr kleinen Umfeld.
00:17:43: Dieses Thema Wahrnehmung, du hast es gesagt, Recorded Musikindustrie.
00:17:47: Wir sind an vielen Stellen damit konfrontiert, dass wir uns auch als Branche immer wieder erklären müssen und zwar nicht um die Unterschiede immer so sehr herauszukehren sondern um das gemeinsame, das Brancheninteresse nach vorne zu stellen.
00:18:03: aber wenn du jetzt da, sagen wir mal, uns als Bransche... Siehst und dann von mir aus auch die anderen, die noch dazugehen, auch mitdenkst.
00:18:11: An welchem Punkt sind wir da gerade?
00:18:13: Wie nimmst du uns wahr?
00:18:15: Wie siehst du die Schnittmengen?
00:18:16: Wir kommen dann auch gerne noch zu den jetzt spezifischen Themen von euch im Livebereich aber in welcher Phase nimmste du uns gerade wahr?
00:18:24: Also ich nehme uns ja wahr als eine sehr vielgestaltige Musikwirtschafts- oder Musikbranche, den Musikinstrumenten herstellenden oder Händlern bis hin zu Recorded- oder Live-Reichen.
00:18:45: Insgesamt ist die Branche trotz allem vergleichend mit anderen Wirtschaftssektoren klein und sehr aufeinander angewiesen, also wir sind untereinander sehr viel mehr vernetzt als es in anderen Branchen üblich ist.
00:19:00: Und deswegen ist jede Abgrenzung und jedes Gegeneinander nicht nur sinnlos, sondern auch kontraproduktiv.
00:19:08: Und ich nehme uns als Verbände im Miteinander zugewandt war.
00:19:16: Ich glaube das war nicht immer so.
00:19:18: vielleicht hat Corona dazu geführt dass man mehr zusammen gerückt ist und sich untergehakt hat und es kommt uns jetzt zugute beziehungsweise es ist eine Notwendigkeit intensiv miteinander zu arbeiten und wir merken das wenn ich auf die Wahrnehmung unserer Livebranche gucke.
00:19:35: alleine deswegen, weil nahezu die ganze Branche irgendwie jetzt auf live guckt.
00:19:41: Weil die Umsätze, die wir erzielen, wirken sich eben wegen der Arbeitsteiligkeit und wegen dieser horizontalen Integration, die Wir haben, wirkt sich diese Erlöse in allen Teilbranchen dann am Ende doch auch aus?
00:19:57: Und der Wirtschaftliche Druck in dieser Zeit gut aus Corona angesprochen sicherlich auch Teil eines Zusammenrückens damals, auch Gründungsmomentum für Musikwirtschaft und andere strukturelle Verzahnungen.
00:20:13: Aber der wirtschaftliche Druck um uns herum ist halt auch sehr groß, aber schon die Frage ist wie können wir die Schnittmengen dann gemeinsam um die Künstlerinnen und Künstlern herum so... herausstellen, dass es nicht ein gegeneinander oder ein kleinteiliges Abgrenzen wird.
00:20:30: Wie du sagst wir sind so arbeitsteilig, dass man ja auch teilweise sich in Debatten wieder findet wenn man sagt, das ist jetzt wirklich eine total verkopfte und vielleicht an manchen Stellen auch juristisch korrekte Herleitung von mir aus aber allein die verschiedenen Hüte, die manche in der Branche tätigen aufhaben und wie viele Stellen sie auftauchen dieser Auszisadierung der Debatten auch teilweise nicht gerecht.
00:20:54: Also hast du da, ich meine, du hast ja uns auch schon eine Weile, wir kamen gerade auf Hamburg, du kennst uns ja sozusagen aus der Außenwahrnehmung Teil von Platzierungen in der Stadt Hamburg und bist dann immer näher rangesumt, hast dadurch natürlich eine sehr genaue einen sehr genauen Blick auf die Entstehung Reperband Festival und ähnliches, was ja vor der Tür war.
00:21:24: Elbphilharmonie natürlich auch.
00:21:25: aber jetzt bist du ja direkt am Steuer und hat sich da dein Blick verändert?
00:21:33: Warst du überrascht wie komplex wir dann wirklich sind als du ...
00:21:37: Nee, überraschte ich.
00:21:39: Da ist über die Komplexität der Branche nicht dafür kannte ich sie zu gut.
00:21:42: Schwierig für Sie mit einer anderen.
00:21:43: Aber ja!
00:21:45: Und
00:21:45: warum?!
00:21:46: Also das ist schwierig.
00:21:47: Das war schon klar, es gibt in manchen Teilbereichen der Branche, ich will da jetzt nicht so einsteigen, gibt's dann schon starkes Gegeneinander auch und wie sehr das doch an Persönlichkeiten hängt?
00:21:59: Und wie sehr dass doch dann an überkommenen oder traditionellen Rivalitäten hängen?
00:22:05: Das hat mich ein bisschen überrascht was aber auch Hoffnung gibt weil das lässt sich überwinden Und das merkt man ja auch in der neuen Generation von Akteurinnen und Akteuren, die da jetzt so nachwachsen, dass sie in völlig anderer Art und Weise kooperativ sind.
00:22:19: Das merke ich auch innerhalb unserer Branche, dass da doch ein gewisser... Also ein starker Wandel ist in mehrererlei Hinsicht also nicht auf die Konzernstrukturen hin, die in allen Wirtschaftsbereichen begründigt sind hinzuweisen sondern mir ging es jetzt darum, dass es eben auch eine neue Generation von Menschen heranwächst, die einen anderen Umgang mit reinbringen in das Geschäft und dass das atmosphärisch eine positive Auswirkung hat.
00:22:44: Du hast vorhin einen Punkt herausgestellt nämlich Das Thema Mitglieder.
00:22:51: bei euch sind die privatwirtschaftlich tätigen Unternehmen Und wir sind ja im Umfeld wo nicht nur das Wirtschaften Unterdruck ist sondern eben auch die verschiedenen Förderlogiken sagen wir mal unter erheblichem Druck stehen, wenn wir aber ranzoomen an das Thema Unternehmer und Unternehmer in der Musikbranche.
00:23:17: Unternehmerische Ansätze wie nimmst du das gerade wahr?
00:23:22: Wie können wir diesen Teil besser herausstellen noch dazu im Umfeld wo ja auch dass nicht immer ein End oder Weder ist sondern manche Sachen sich ja auch überschneiden.
00:23:33: Du bist jetzt dann neu im Aufsichtsrat der Initiative Musik hast.
00:23:37: Also da auch nochmal bald dann andere Einblicke, aber so jetzt mal von deiner Wahrnehmung haben wir ja gemeinsames Interesse dieses unternehmerische, sagen wir mal deutlicher zu platzieren.
00:23:49: Investitionen, Risikopartnerschaft neue Bereiche, neue Geschäftsmodelle?
00:23:54: Das ist eine sehr umfassende Frage.
00:23:55: also erstmal Wir sind ja als privatwirtschaftlicher Teil zum Teil in der Politik in einer eigenartigen zwischen den Stühlen Situation.
00:24:10: In der Kulturpolitik vor allem?
00:24:12: Die Kulturpolitik fokussiert sich sehr, sehr stark traditionell auf die öffentlich geförderte Kultur.
00:24:18: das liegt auch nahe weil dazu gehören ja große Verpflichtungen wie Kulturinstitutionen Theater-Operorchester und sind wirtschaftlich Auch unter Druck, selbst wenn die öffentlich subventioniert sind haben sie ja trotzdem mit wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu kämpfen.
00:24:36: Und die sind in den letzten Jahren nie leichter geworden, sondern immer nur schwieriger und das führte zum Anwachsen der öffentlichen Investitionen in die Kultur – ich will die auch gar nicht infrage stellen, die haltig bewichtig!
00:24:49: Auf der anderen Seite fühlen sich dann die Kulturverwaltung oftmals nicht ganz so zuständig für den wirtschaftlichen Teil der Kultur, sondern sagen ja das ist auch eher Wirtschaft.
00:25:01: Geht man zum Wirtschaftsressort und beim Wirtschafts-Ressort sagt man ach ihr seid doch eher Kultur geht auch mal wieder zurück?
00:25:06: Das ist in Hamburg jetzt vielleicht nicht so.
00:25:08: da ist die Struktur ein bisschen eine andere.
00:25:10: und dann ist ein Kultursenator deren ausgesprochen starken wachen aufmerksam Blick auf die Kulturwirtschaft auch hat.
00:25:16: Große an Karsten Foster ist raus.
00:25:18: Groß an Karston Foster aber in anderen Bereichen der Verwaltung ist das doch sehr deutlich spürbar, dieses Hin und Her.
00:25:26: Und wir wollen ja eigentlich auch gar keine Subventionen haben.
00:25:31: Wir wollen wirtschaftlich mit Kultur arbeiten so.
00:25:34: Trotzdem wollen wir als Kulturtreibende wahrgenommen werden und ernst genommen werden an dieser Stelle.
00:25:39: Auf der einen Seite ist es eine hohe Freiheit dass wir nicht abhängig sind von den Rhythmen der Subventionsrahmenbedingungen und Vergaben.
00:25:51: Wir müssen nicht jedes Jahr neu zum Binator gehen und um Geld betteln.
00:25:56: Also wir sind da schon sehr frei, das ist ein großer Vorteil.
00:26:00: auf der anderen Seite zeigt sich in der wirtschaftlich angespannten Situation von heute wie schwierig es ist gerade im kleinen Bereich, im Nachwuchsbereich, im Club-Bereich wirtschaftliche zu arbeiten.
00:26:14: also Clubs sind noch mehr unter Druck als das andere oder diese kleinen Festivals, die sind auch wirtschaftlich enorm unter Druck und an der Stelle wird aber eine wichtige Nachwuchsarbeit geleistet.
00:26:28: Eine Arbeit in anderen Wirtschaftsbereichen so nicht mehr in der Form geleistelt werden kann.
00:26:33: Wir sehen also eine große Beantwortung bei uns und die ist manchmal nicht mehr alleine zu tragen.
00:26:40: Also sind wir jetzt doch für eine gewisse Förderung ja vor allem aber eben in dem Bereich wo es um Nachwuchs geht, um kleinteilige Strukturen.
00:26:49: Also wo das Wirtschaften wirklich nicht rentabel sein kann in der Clublandschaft und bei den kleinen Festwürzeln.
00:26:56: Das heißt also dieses an der Stelle eine blendet wirtschaften weil man eben sagt okay es gibt Bereiche die sich so nicht rentieren, wo man aber eine Infrastruktur offenhalten will, wo natürlich immer die Frage ist okay.
00:27:16: Woher kommt der Druck konkret im Clubbereich?
00:27:19: Das ist jetzt nicht dein Job das immer und überall zu vertreten aber natürlich ist die Schnittmenge zu euch offensichtlich.
00:27:29: Und dahinter ja auch wieder die Frage was verändert sich eigentlich Im Clubbereich Qua?
00:27:36: Wie verhalten sich die jüngeren Generationen heute?
00:27:38: Was wird wie in Anspruch genommen.
00:27:41: Und das ist natürlich ein Riesenfeld und auch nicht leicht zu lösen.
00:27:45: über Förderung, ne?
00:27:46: Es
00:27:47: ist überhaupt nicht leicht zur Lösung.
00:27:48: also es ist auf jeden Fall eine intensive Zusammenarbeit an der Stelle nötig von unserer Seite.
00:27:53: wir kommen dem auch sehr gerne nach.
00:27:55: Wir sind mit der Livecom insbesondere im engen Austausch.
00:27:57: die haben eine Fördermitgliedschaft ermöglicht und wir sind das erste Fördernmitglied geworden um einen Zeichen zu setzen dafür dass die Klubkultur für uns ein ganz entscheidender Ort ist und die Clubs mehr sind als nur Abspielorte für unsere Veranstaltenden.
00:28:16: Die Arbeit, die dort geleistet wird, wird auch stellenweise gefördert aber es ist noch nicht einen strukturierter Vorgang der bundesweit überall etabliert wäre.
00:28:30: also die Städte haben zum Teil Förderungen die Länder machen hier und dort ein bisschen was Der Bund macht ein bisschen ist es aber vor allem vergleichen mit dem, was in die öffentliche Kultur fließt.
00:28:41: Ist das ein Klacks?
00:28:44: Wir kommen gleich nochmal darauf zurück.
00:28:46: Aber mir ist gerade noch etwas im Kopf gekommen, nämlich als du über Tournaum Ashing gesprochen hast.
00:28:52: Das war ja so gesehen ... heutzutage würde man sowas als immersives Musikerlebnis promoten.
00:29:00: Das klingt nach einem sehr immersiven Musikerlebnis.
00:29:03: Installation Effekte Das hat mich nochmal zu der Frage gebracht.
00:29:10: Skizziere doch mal kurz, wie aus deiner Sicht sich das Live-Musikbusiness seitdem wesentlich verändert hat?
00:29:19: Weil ich meine du warst dann eine ganze Strecke dabei okay in einem bestimmten Segment.
00:29:24: aber jetzt mal wenn wir drauf schauen sind ja genau solche immersiven Themen eigentlich eher die Themen die heute an vielen Stellen eher im Mainstream angekommen sind und Damals eher wirklich ganz neu waren, wenn ich das jetzt so für mich hinlegen würde als an der Stelle nicht so versierter Mitdiskutant.
00:29:47: Ja also es ist auf jeden Fall ein gewisser Trend dass Kultur erleben Kunst erleben in mehreren Sinn oder im eben nicht ganz gewöhnlichen Setting gerade stärker wahrgenommen wird.
00:30:06: Das war früher, gab es das auch schon?
00:30:08: Ich bin über was gestolpert kürzlich... Was eine schöne Nachricht in der Hinsicht war, dass es im Frühbarock schon Komponisten gab die im Kirchenschiff Musiker und Musikerin so platziert haben, dass sie den Raum füllten und dem Publikum einen anderen Höhereindruck verschafft haben.
00:30:27: sogar also das ist nicht ganz neu gab es auch einen Donneraschingen, aber das gab sie eben auch schon mal im Frühberok.
00:30:33: Das ist eine schöne kleine Side-Node in die Richtung dass vielleicht das Rad doch jetzt nicht ganz neu erfunden wurde...
00:30:42: Und Weihrauch gab's auch insofern?
00:30:43: Hattest du Immersivwahrricht was
00:30:44: los?!
00:30:45: Ja und der hat als ehemaliger Ministerankartig das berichtende durchaus berauschen.
00:30:49: Gewürfung glaube ich!
00:30:50: Also insoferen gibt es doch da
00:30:53: nicht unbedingt das
00:30:54: neuste gerade.
00:30:56: also manches wurde jetzt nicht neu erfundet sondern wird nur wieder betont.
00:30:59: Das finde ich aber deswegen nicht schlecht, ganz im Gegenteil.
00:31:03: das musikalische Erleben und dass es ja etwas was in der neuen Musik immer wieder ausgelotet wird ist eben mehr als Frontal zu sitzen und sich Melodien anzuhören.
00:31:14: John Cage vierdreifendreißig das Musikstück ohne erzeugte Klänge sondern nur Klinge die von irgendwo kommen Aber nicht von demjenigen der das Stück aufhört.
00:31:28: ein deutliches Statement deswegen.
00:31:32: Und wo siehst du da die wesentliche Entwicklung?
00:31:35: Weil wenn wir über immersive Erlebnisse sprechen, dann kannst auf der einen Seite zu den Abattaren kommen als neue Blended Reality-Welt.
00:31:46: Dann gibt es eine große Diskussion, die jetzt so ein bisschen abgeabt.
00:31:50: mir erscheint das Thema Artist in Residency und dann gibt es die Diskussionen die großen Konzerte und die Preisentwicklung.
00:32:00: Wie siehst du da aktuell so das, wo ihr euch als Branche hinbegebt?
00:32:05: Was sind da die Trends?
00:32:06: Was ist denn da die Herausforderung, die du siehst?
00:32:10: Vorab in diesen beiden von dir genannten Beispielen also diese Abattare, aber Voyage in London Und diese Residencies wie von Adele in München oder so.
00:32:22: Das sind keine Modelle denen ich starke Trendwirkung für die Zukunft.
00:32:31: Das liegt daran, dass das was mit Arbeit dort in London extrem erfolgreich gemacht wird im Grunde ja etwas ist wie ein Kinofilm mit noch ein bisschen live Musik an der Stelle.
00:32:43: Die haben auch eine Band im Raum.
00:32:45: Ein KinofILM weil es wird etwas abgespielt, was vor aufgezeichnet ist, was audiovisuell in toller Qualität und im dreidimensionalen Eindruck.
00:32:58: Und man hat manchmal wirklich den Eindruck, dass da wirklich jemand auf der Bühne steht.
00:33:03: Diese Faszination die notwendig ist um dafür jeden Tag zweimal Publikum ran zu holen was notwendig war es sauteuer ist so etwas auf die Beine zu stellen diese faszination verströmen nur ganz wenige Bands.
00:33:16: Die Beatles könnten das vielleicht auch sein oder vielleicht auch Queen Aber dann wird es auch langsam schon eng.
00:33:22: Was aber dann durchaus ein Trenn sein kann, also nur für
00:33:26: einzelne?
00:33:26: Genau und Superfans in einem bestimmten Segment...
00:33:30: Und auch nur an dem Ort, an dem wahnsinnig viel Publikum ist.
00:33:33: Also das ist kein Zufall glaube ich!
00:33:36: ... in den letzten vier Jahren nur in London dazugekommen ist, so eine Sache auch zu führen
00:33:42: und nirgendwo anders.
00:33:43: Ja das Vier, aber es ist ein bisschen was anderes.
00:33:45: Das Vier ist ja einfach.
00:33:46: nun spektakulärer technisch unglaublich gut ausgerüsteter Veranstaltungsraum, aber da steht immer noch ... ... YouTube dann auf der Bühne... Mit
00:33:54: immersiveren Möglichkeiten?
00:33:56: Also ich war noch nicht da.
00:33:57: Aber
00:33:58: dass dann eben begleitend zu der eigentlichen Band und auch dort sind die Kosten exorbitant für dieses Ding.
00:34:05: So was auf die Beine zu stellen, ist schwierig und auch das Vier gibt es nicht an einem anderen Ort der Welt in derselben Form noch mal.
00:34:13: Also insofern... Das ist eine interessante eigene Kunstform aber es ist keine, die sich massentauglich skalieren lassen würde.
00:34:24: und dass mit den Residencies ist ganz ähnlich.
00:34:26: also wenn Adele macht das möglich Oasis kann das sicherlich auch weil wenn die irgendwo einen Konzert machen da will jeder hin und nimmt jede Strecke auf sich.
00:34:35: Allerdings investierst du als Fan deutlich mehr, als nur diese Ticketaufwendung.
00:34:41: Sagen wir mal Adele bei zwei Hundert Euro dann vielleicht noch mit Partnerinnen oder Partner sind das vierhundert Euro für die Tickets dazu dann noch die Flüge- oder Bahnanreise Hotelzimmer für zwei Nächte und nochmal ein bisschen Essen gehen und so.
00:34:55: Und dann bist du plötzlich zweitausend Euro los und nicht nur Zweihundert.
00:34:59: So und das ist dein persönliches Kulturbudget.
00:35:01: Das fehlt dir dann für die nächste Show?
00:35:04: Und das fehlt dir insbesondere am Dienstagabend in der kleinen Clubshow, in die du vielleicht einfach noch so gehen würdest.
00:35:09: Aber erst denkst du dir ne, jetzt gucken wir mal, jetzt habe ich ebenso viel Geld ausgegeben?
00:35:13: Insofern ist es für den einen Act in der Residency eine coole Sache, dass die Leute alle kommen und das ist vielleicht auch praktisch, dass man an einem Ort sein kann.
00:35:24: Es ist künstlerisch interessant weil den Aufwand, den du da vor Ort treiben kannst, den kannst du nicht mobil durch die Stadien schicken.
00:35:31: Das was Adelda hatte in München diese ... diese fantastische riesige Arena, eine liebevolle Inszenierung.
00:35:39: Unglaublicher Aufwand ist da reingegangen in das ganze Umfeld auch also so ein ganzes Dorf am Hof gebaut.
00:35:45: Das war schon enorm!
00:35:46: Das könnte man nicht einfach irgendwo anders hinschicken.
00:35:48: Das würde sich wirklich wirtschaftlich nicht lohnen.
00:35:51: Sowas musste dann vor Ort machen.
00:35:53: aber auch da ist es so dass es eben wenige Künstler schaffen.
00:35:56: So viel Publikum als Adele waren glaube ich siebenhundertvierzig tausend Menschen die dann am Hünchen sind... Die meisten eben von weit her dass das schafft.
00:36:05: Diesen Magnetismus, den schafft wirklich nicht jede Band und dann ist es nicht attraktiv für die anderen, deren Konzerte eben nicht gekauft werden.
00:36:12: Es ist nicht attaktiv für andere Städte, die auch gerne ein Adele-Konzert für ihre Bewohnerinnen oder Bewohner hätten, die gerne auch attraktiver als Kulturstandort und mit solchen Highlights glänzen würden.
00:36:24: Insofern spricht vieles dafür, dass Touringgeschäft nach wie vor so bleibt, Aber was ist jetzt das Besondere an Beidem?
00:36:34: Das ist dieses Erlebnis, dieses once in a lifetime Ding.
00:36:37: Und das ist eigentlich auch unser Produkt!
00:36:40: Wenn ich mal so ganz provokant hart zuspitze wir verkaufen keine Musik.
00:36:45: Die Musik ist kostenlos im Internet verfügbar.
00:36:48: Moment, Moment,
00:36:50: moment, Moment.
00:36:50: Komm mal gleich
00:36:51: nach, okay.
00:36:52: Nee aber jetzt mal ganz theoretisch zugespitzen Kannst du mit einem gratis Abo bei einem der Streamer jeden Song der Welt hören.
00:37:02: Dafür musst du kein Geld bezahlen.
00:37:04: Du willst aber eine Nähe zu der Band haben, du willst eine Gemeinschaft erleben mit den anderen die dort hingehen?
00:37:09: Du möchtest ein Erlebnis verbinden mit der Musik, die du magst.
00:37:16: Also es hängt alles miteinander zusammen.
00:37:17: Aber das was uns besonders macht an dieser Stelle ist ihr analoge Moment.
00:37:20: Das ist dieses Gemeinschaftding Diese Identitäts-Stiftung, Identifikation Näh, nähe untereinander näh zu den Künstlern Und das Erlebniss herauszustellen und groß zu machen.
00:37:33: Mit Adèle, die eben einen Hundertvierzig Meter Leinwand hat und siebzig Tausend Leute umarmt sozusagen wenn die da ihre Arme ausbreitet oder bei einem Festival wo du zählt an Zelt Wohnwagen an Wohnwagen mit den anderen bist und fühlt sich in eine Familie aufgehoben und erlebst gemeinsam so ein utopischen Moment.
00:37:55: das Der Gesellschaft, das sind die großen Erlebnisse.
00:37:59: Die suchen die Menschen und deswegen ist mir eigentlich auch nicht bange um Musik in der digitalen Zeit.
00:38:05: Und da nochmal kurz zum Thema umsonst verfügbar?
00:38:08: Da musst du natürlich rein!
00:38:10: Wir nähern uns auch noch den Partnerschaften an.
00:38:12: aber sagen wir mal eine Anmerkung aus der Außenkurve, die man ja manchmal wahrnimmt um uns als Branchen zu skizzieren Na ja, also guck mal, recorded ist viel zu günstig geworden und live ist viel teuer
00:38:29: geworden.
00:38:30: Das heißt das letztlich ist dieser Kontrast von warte mal.
00:38:34: wie kam es eigentlich dass man heute für kleines Geld das Weltreparateur streamen kann?
00:38:39: Und früher erinnern uns schon für eine CD mehr bezahlt hat und gleichzeitig das Live-Erlebnis von auf so und so viel teurer geworden ist.
00:38:51: an vielen Stellen die Begründungen und so.
00:38:53: Das ist klar, aber das ist ja auch was uns unter erhebliche Spannung stellt in der Erwartung überhaupt womit verdient man eigentlich Geld?
00:39:05: Wo ist Wifi-Geld drin?
00:39:06: Welcher Kuchen muss sich vergrößern?
00:39:08: Wer kriegt Wifi vom Kuchen?
00:39:10: Das ist ja etwas, was in hohem Maße auch dann zu Missverständnissen führt wo ja auch teilweise im politischen Raum bei erfahreneren Mitdiskutanten immer noch der Eindruck entsteht, dass unsere Mitglieder hier eigentlich am Life-Geschäft verdienen und entsprechend partizipieren an diesen erheblichen Zuwächsen.
00:39:30: Wo wir ja auch wieder in dieses Abgrenzen reinkommen wo es uns aber immer unwohl wird weil wir sagen nie das geht uns doch gar nicht drum jetzt wieder zu erklären wer was erfunden hat oder wer wo wie viel Aktien drin hat sondern an dieser Stelle aber dieses Weil du gerade natürlich Trigger Warnung so gibt's ja umsonst.
00:39:48: Wie schafft man es, dass eben Bewusstsein auch – wir haben über unternehmerische Aspekte gesprochen – noch besser zu verankern?
00:39:55: Dass eben wie du sagst eine Adelschau unheimlich teuer ist.
00:40:00: Dass im Streaming entsprechend das Pricing in dieser schwierigen Zeit um die Jahrtausendwende abgerutscht ist und trotzdem in der Gesamtbranche Geld verdienen kann wenn man Erfolg hat klar.
00:40:14: Wie ist da deine Wahrnehmung auf den aktuellen Stand der Debatte?
00:40:18: Also das Pricing im Musik-Industriebereich, das kommentiere ich jetzt nicht.
00:40:24: Das machst du erfolgreich oft überall und die Diskussion ist zum Teil ausgeufert.
00:40:32: Was die Preisentwicklung bei uns betrifft sind ja sehr nachvollziehbar weil wir können ja belegen wie die Produktionskosten sich entwickelt haben.
00:40:40: Die Inflation spielt da rein, aber eben auch andere Faktoren unter anderem.
00:40:46: Vor allem auch gerade im Kosten, im Festivalbereich spürbar.
00:40:49: die Künstlerhunderer haben sich eben auch sehr dynamisch entwickelt zum Teil und haben sich verdreifacht seit Corona.
00:40:55: Und das liegt an verschiedenen Faktorien.
00:40:57: unter andermen, liegt es aber daran dass die Künsterinnen und Künstlern sehr stark auf Live-Einnahmen angewiesen sind und zwar nicht nur sie selber sondern auch ihre Umfelder.
00:41:08: objektiv zu belegende Faktoren, die man gut oder schlecht finden kann.
00:41:14: Aber es ist eben ähnlich wie in anderen Lebensbereichen auch.
00:41:17: Die teurer geworden sind.
00:41:18: die Kugel-Eis nach meiner Erilung
00:41:22: kurz vor zehn Pfennig.
00:41:23: Genau!
00:41:25: Der kleine Wahnsinn kauft sich die Kogel-eis für zehn Pfinnig?
00:41:28: Die Mark war mal wahnsinnig passiert.
00:41:34: Diese Preisentwicklung, die spürt jeder bei sich zu Hause.
00:41:38: Wenn du essen gehst was kostet Schnitzel heute?
00:41:41: Was hat es vor zehn Jahren gekostet?
00:41:44: Zigaretten, Benzin ich habe keine Ahnung alles mögliches teuer geworden.
00:41:47: so und wir müssen eine andere Debatte rein.
00:41:50: das ist die Ich glaube dass du dahin wolltest dass die Frage von Wert und Preis also was ist uns wert?
00:41:58: Und da is ne gefährliche Lehre Die alle in ihrem Leben gezogen haben aus der Digitalisierung, dass alles das was digital ist eigentlich erkostenlos ist.
00:42:10: Das ist so der Eindruck, den man hat, es ist aber nicht so.
00:42:13: Irgendeiner muss die Rechnung am Ende bezahlen.
00:42:15: Exakt.
00:42:15: und wenn es dann auch noch die illegalen umsonst Angebote gibt, die in einem harten Kampf von uns erst mal gestellt werden mussten, ist aber eine bestimmte Wahrnehmung und ein bestimmtes auch preisgefügel ja schon etabliert.
00:42:31: und damit sind das also hängt uns heute noch in den Klamotten klar, deshalb meine ich vorhin die Preise sind ja zu einer Zeit entstanden wo nicht zuletzt wir als Branche mit dem Rücken an der Wand standen weil uns die Märkte zusammengebrochen sind durch die illegalen Nutzungen.
00:42:47: aber nochmal zurück zur Partnerschaft.
00:42:52: Das ist ja der Punkt, wir sprachen vorhin schon drüber um die Künstlerinnen und Künstlern herum gibt es eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen Partnern.
00:43:03: Wie erlebst du dieses Zusammenspiel zwischen deinen Mitgliedern und meinen?
00:43:09: Natürlich ist es immer so wie überall, wenn der Erfolg erstmal da ist dann waren alle diejenigen, die die Künstlerinnen zuerst entdeckt haben zweifelsvoll in irgendeinem kleinen Club oder an einer Stelle.
00:43:26: Wie lässt sich das einfach ganz entspannt von Case zu Case wieder neue diskutieren?
00:43:34: oder hängen wir da noch an alten Bildern teilweise, aber gerade auch dieses Thema Club.
00:43:40: Wir haben oft Runden wo wir drüber sprechen.
00:43:42: wie war das damals und wer ist wo entdeckt worden?
00:43:44: Alles total schön!
00:43:45: Wo wir ja auch wieder bei Digitalisierung sind.
00:43:47: und diese Effekte von naja wen hat man wo entdekt und wie kriegt man jemanden dann vielleicht aus aus einem TikTok-Video irgendwann mal in den Club?
00:43:57: und wer glaubt an wehen, wer glaubte an welche künstlerische Fähigkeit.
00:44:02: Wie schnell schast man überhaupt heutzutage ein Konzert hinzustellen was ja auch eine ganz neue Dynamik erzeugt hat?
00:44:14: Ist das dann halt wirklich etwas von Genre zu Genre, von Künstler zu Künstlern, von Band zu Band wieder neu diskutiert werden muss?
00:44:20: oder kann man da jetzt unseren Hörerinnen und Höreren was mitgeben, nicht das geheime Rezept.
00:44:25: Das haben wir beide nicht.
00:44:26: aber wie schaust du da drauf durch die Partnerschaft rund um die Künstler?
00:44:31: Also es ist sicherlich maßgeschneidert.
00:44:33: in jedem Fall und darin liegt ja auch ein Stück der Weisheit in einer guten Künstlernentwicklung, die strategisch ist, wo es auf die richtigen Partnerschaften, auf die richtige Momente, auf den richtigen Zielgruppen als Sprache ankommt und so... Aber jetzt mal ganz abstrakt!
00:44:50: bedingen sich diese beiden Felder sehr.
00:44:53: Weil der Ort mit der stärksten Musik Nutzung ist, der aus Recorded herauskommt.
00:44:58: Die meisten Stunden von Musiknutzungen erlebe ich ja auch selber im Kopfhörer und nicht im Konzert.
00:45:05: Und die großen Reichweiteversprechen sind auch an das geknüpft was aus Recordet heraus kommt sei es dann vor allem im Stream dargeboten oder eben auch über TikTok oder solche Plattformen.
00:45:19: Aber letztlich ist das alles aufgenommene Musik, die eben die Chance hat große Reichweiten zu erzielen.
00:45:28: Diese... Da hört die Geschichte aber nicht auf weil dort eben nicht die großen Gelder fließen.
00:45:33: Das lohnt jedenfalls aufs Seiten der Künstlerinnen und Künstlern.
00:45:39: Die zweite Frage ist deswegen wo können sie dann ihr Geld verdienen?
00:45:44: Dann kommen wir jetzt zur Live.
00:45:45: Wo können die ihr Publikum wirklich längerfristig substanziell binden?
00:45:49: oder wo müssen Sie es tun?
00:45:50: Das ist live.
00:45:51: Und an der Stelle greifen die beiden Systeme Hand in Hand und die Künstlerentwicklung eben auch, aber sicher ist das nur ein Tiktok-Erfolg noch lange keine Tickets in größerem Maße verkauft und kein Einkommen sichern
00:46:06: kann.".
00:46:07: Da ist natürlich die Frage.
00:46:08: also du steigst jetzt durch deinen Blickwinkel sehr stark ein weil das Thema Bindung und Bindung.
00:46:17: Und da sind wir ja schon in einem Umfeld, wo die Frage wie monetarisiert TikTok?
00:46:24: Also brauchen wir nicht lange reden.
00:46:27: Das ist übrigens auch nicht das Thema für die Künstlermonitarisiertes nicht so sondern es monetarisieren für alle nicht so.
00:46:34: Dann bist du wieder beim Thema was ist Promotion für was?
00:46:36: also Wo findest Du Trends?
00:46:38: Wo bist Du an dem nächsten Thema dran?
00:46:40: aber eben auch für Künstlerinnen und Künstlers haben wir jetzt den letzten ... zehn Jahre an vielen Stellen gesehen, ist es halt aber doch eben ein Thema der Fernbindung.
00:46:50: Ja und dieses Nahsein was an vielen Ställen vor Ort in einem besonderen Maße once in a lifetime... ...in einen besonderen Setup vielleicht sogar kurz vor der Sonnenfinsternis erlebt wird.
00:47:01: alles fein.
00:47:02: Aber ich glaube auch da sind wir mittlerweile innerwelt wo auch für Künstlerinnen und Künstlern dieses ja-nä-nee Ich will schon an überall sein und ich möchte das auch Das eine mehr, das andere weniger bedienen.
00:47:16: Weil sich eben gerade auch die generationelle Musik-Nutzung so sehr geändert hat und das führt ja auch wieder zum Thema okay was ist das Clubgeschäft?
00:47:29: Was ist das Festivalgeschäft?
00:47:31: da gibt es dann auch wieder bestimmte Trends.
00:47:32: aber ist das was ihr strategisch auch innerhalb des Verbandes euch näher anguckt?
00:47:41: oder kann man diese Schnittmengen so eben doch wieder nur Case by Case ranzoomen und sagen, wie ist denn das passiert?
00:47:49: Wie hat es der Künstler geschafft aus einer Tiktok-Community ein schnelles Konzert zu machen.
00:47:57: Ja,
00:47:57: das ist ein bisschen Case bei Case aber es betrifft uns selber.
00:48:02: wenn wir uns überlegen eine Tour aufzusetzen oder den richtigen Ort für einen Künstl, für einen Eck zu finden So zu bemessen, wie wahrscheinlich ist es das ich da zweitausend Tickets verkaufe oder sind's eher fünfhundert?
00:48:17: Oder lohnt es sich in Nürnberg-Infurt und in Erlangen zu spielen.
00:48:22: Oder lasse ichs lieber und mache nur einen der drei Orte.
00:48:25: Wo
00:48:25: du ja viel mehr DAS-Mitglas war denn?
00:48:28: Genau!
00:48:28: Da gibt´s diverse Anbieter die ein dabei unterstützen Die Social Media Aktivitäten, die downloaden, die Tickets Verkäufer... etwas kalkulierbarer zu machen vielleicht.
00:48:39: Aber auch da hast du immer gegen Beispiele, du kannst auch immer irgendwie den Beispiel von einem Eck nennen der auf TikTok gigantisch war und plötzlich nichts verkauft hat oder... Und woran liegt das dann?
00:48:49: Das kann so viele Gründe haben!
00:48:51: Und das ist ein bisschen der Charme auch unserer Branche dass die richtige Moment der Zufall solche Dinge auch immer mal eine Rolle spielen macht das Geschäft aber zum Teil hart.
00:49:01: kalkulieren.
00:49:02: Und wenn wir wieder darauf kommen, was eint denn auch unsere Branche?
00:49:08: Was in unserer Branche hinterlegt ist natürlich dass man im Übrigen ja auch im wirtschaftlichen Interesse möglichst langfristige Künstlerkarrieren etabliert.
00:49:19: Da bist du nämlich genau wieder bei, was sind kurzfristige Erfolge und was sind kurze digitale Trends?
00:49:23: Was ist eine Logik von kleineren Konzerten die aber nicht wachsen?
00:49:28: also das ist ja auch etwas wo das Thema Wachstum Ich habe in dem einen Monat so und so viel mehr Fans oder so und zu viel mehr Streams aktiviert, sondern es ist ja auch Overtime eine Aufgabe die uns verbindet.
00:49:45: Total!
00:49:46: Der langfristige Künstleraufbau, der lange Weg, den man zusammen mit Künstlern geht das ist unser Geschäftsmodell.
00:49:52: wir nennen das Circle of Life, zeig bitte dieses etwas platte Wortspiel aber das darum geht's.
00:49:59: Es geht darum, dass eben, keine Ahnung, Ed Sheeran mal dreihundert Clubshows gespielt hat ohne jeden Erfolg in England.
00:50:05: In einem Jahr und im darauffolgenden Jahr plötzlich als Support Act richtig gesetzt war und seither fliegt.
00:50:12: es geht darum das wir eine Menge Bands nebeneinander auf Tour schicken und eine wird dann so groß um spielt das Geld wieder ein was du in die anderen investierst.
00:50:22: Das ist die alte zehn zu eins Regel, die ihr mal formuliert habt.
00:50:27: an der Stelle wichtig zusammenzuarbeiten.
00:50:29: Und wir schauen mit Freude darauf, wenn jemand noch ein Albumdeal kriegt und nicht nur ein Single-Deal weil dann nämlich langsam ein abendfüllendes Programm auch zustande kommen kann um eben auf Tour wirtschaftlich zu werden als Band.
00:50:43: Diese Mechanismen zeigen ja deutlich wie sehr unsere Branchen miteinander arbeiten müssen.
00:50:49: Genau!
00:50:50: Da bist du also gespannt dass du den Album-Dealer ansprichst weil das ist ja nicht nur kriegt man einen Deal sondern wo will man künstlerisch hin?
00:50:57: Und dann natürlich gibt es die Fantasie, um da etwas aufzubauen.
00:51:00: Dann kriegt man den Album-Deal.
00:51:02: und dann ist aber wieder der Punkt in dem Album Deal investiert ja nicht ihr, nicht YouTube kein anderer Anbieter sondern da investieren unsere Mitglieder und entsprechend wird da auch etwas geschaffen was dann sei es künstlerische Fähigkeit demonstriert sei es Menschen erreicht sei es sei es.
00:51:21: das ist aber ein schönes Beispiel.
00:51:24: Aber lasst uns noch mal ganz kurz weil wir jetzt wirklich hier Wir merken wie viele Themen wir haben und vertiefen können.
00:51:32: Ist
00:51:32: doch eine Doppelfolge, hast du gesagt?
00:51:35: Der ungeschnittene Doppelfolge heute drei Stunden für
00:51:38: die die Marathon trainieren zu Hause
00:51:40: ganz genau richtig.
00:51:42: stimmt dass das.
00:51:42: das wäre mal noch so.
00:51:45: Thema Branche medikav.
00:51:47: aktuelle heiße Themen für euch.
00:51:51: was ist das wo du gerade hier im politischen Raum, die die Top-Themen siehst.
00:51:59: Was ist das was euch maßgeblich antreibt?
00:52:05: Ja gut, dass es Teil der Grundaufgabe gewesen war, die ich vor dreieinhalb Jahren beim BDKV übernommen habe, war eine Intensivierung der politischen Lobbyarbeit in Berlin und ein bisschen auch in Brüssel weil wir nicht wie gesagt auf Subventionen hinaus wollen sondern auf Rahmenbedingungen.
00:52:24: Uns reicht das, auf der einen Seite aber wir sind auch angewiesen darauf dass wir Rahmenbedienungen haben die das Wirtschaft allen kalkulierbar machen.
00:52:33: und jetzt in der aktuellen Regierung das Thema Arbeitszeit Flexibilisierung, das Thema Statusverstellung Scheinselbstständigkeit Stabilisierung der Künstler Sozialkasse.
00:52:47: Die Ticket-Zweitmarktregulierung ist auch ein großes Thema, sowohl im Verbraucherschutz als auch für die Artists oder auch die Fahrtsteigenden.
00:52:54: Ganz wichtiger Punkt!
00:52:56: Das sind alles so Themen aber darüber hinaus habe ich noch... Also dann wird es eine Doppelfolge
00:53:03: Kliffhänger reingefahren, wenn Johannes dann...
00:53:06: Wenn ich mal ausholen.
00:53:07: ...ausholt und doch noch über die KI-Regulierung.
00:53:10: Nade
00:53:11: euch!
00:53:12: Und Musterverfahren bei besonderer Nachfrage.
00:53:17: Spannend war es natürlich da.
00:53:20: wir haben vorhin über die juristische Ausbildung gesprochen auch die eine Parallele in unserem Leben.
00:53:27: aber der wird's jetzt bei den Themen die du benannt hast gerade auch für die Zuhörer ein bisschen greifbar, weil es halt andere Regulierungsbereiche sind.
00:53:40: Und wir ja bei uns in der Branche das Thema haben dass wir oft sehr stark auch in den ureheberrechtlichen Elfenbeinturm hochgezogen werden.
00:53:49: Sie hier jetzt die aktuellen KI-Regulierung herausforderungen, ureberrechtliche Novellen und ähnliches.
00:53:57: Wie ist das?
00:53:58: Ist das was du Wo du froh bist, dass du das nicht auch noch auf dem Tisch hast oder kommt das auch näher?
00:54:08: Ja gut.
00:54:09: Das Thema KI betrifft uns in allen Lebensbereichen aber es betriffe den Bereich Recorded Music in einer anderen Dramatik als im Bereich Live.
00:54:17: Aber du bist auch happy, dass wir das Thema Zweitmarktregulierung bei Tickets dafür nicht haben.
00:54:23: Das ist ein
00:54:24: Spezialisierung.
00:54:24: Manche Länder arbeitsteiligen es halt
00:54:25: nicht.
00:54:26: Genau und jetzt komme ich wieder zu dem, genau darauf wollte ich eben hinaus dass wir deswegen gerade politisch stark sind weil wir Koalitionen bilden uns gegenseitig unterstützen.
00:54:35: natürlich unterstützt sich die KI Regulierung die geht mir nicht am vorbei ... weil es für euch ein ganz relevantes Thema ist.
00:54:43: Aufwöhnende
00:54:44: Doppelfolge, woran?
00:54:46: Genau!
00:54:47: Noch einen Cliffhanger... Wir müssen weitermachen hier.
00:54:49: Aber die entscheidende Sache ist eben wir sind eine winzige Branche, wir sind aufeinander angewiesen und untereinander wahnsinnig vernetztwirtschaftlich.
00:54:57: Und wenn das ein Thema ist was für euch so ein essenzieller Dealbreaker ist dann unterstützen wir euch an dieser Stelle.
00:55:07: Ähnlich ist es so dass wir Unterstützung aus den anderen Branchenverbänden erfahren, in Themen die uns vor allem wichtig sind und den anderen nicht ganz so sehr auf dem Nägeln brennen.
00:55:17: Das war eigentlich schon das Schlusswort aber ich drehe noch einen dazwischen weil du vorhin auch... Du hast Brüssel angesprochen.
00:55:25: Ich weiß dass das auch was ist, was dich sehr um-und antreibt.
00:55:33: Großbritannien für dich auch nicht ganz unwichtig ist.
00:55:37: Und da wollte ich jetzt nachdem, was du zuletzt gesagt hast nochmal kurz rüber schauen nämlich Was können wir lernen von den Briten?
00:55:45: Dass man dieses?
00:55:46: Wir sind eine kleine Branche.
00:55:48: Sind die dort auch vielleicht ein bisschen stärker im politischen Bewusstsein hinterlegt?
00:55:55: weil es ist ja schon spannend mit welcher Grundsätzlichkeit dort kleine Einschränkungen, popmusikalische Belange in den Raum gestellt werden?
00:56:07: ist auch nicht alles super.
00:56:09: So möchte ich es jetzt gar nicht platzieren aber es ist ja doch spannend wie wir in diesem globalen Musikbusiness immer wieder darauf kommen dass wir in Deutschland nicht diese politische und wirtschaftliche Wahrnehmung unserer Branche haben die sie in anderen Ländern ganz entspannt vorgelebt wird was Ein klarerweise ein anderes Debattenumfeld nach sich zieht.
00:56:32: Hast du da schon eine Idee für Learnings?
00:56:35: Wie kann man daran...
00:56:36: Ja, Siegmar Gabriel war mal Poppa auftragter der Bundesregierung und das war der einzige Fluch.
00:56:40: ich wollte es gar nicht lächerlich machen gerade.
00:56:42: Es war ja immerhin meine Versuche irgendwie dass im Politischen zu verankern hat aber nicht verfangen.
00:56:47: und wir können die Engländer darum beneiden wie bei denen ist das Thema Popp spätestens seit Tony Blair eigentlich wahrscheinlich immer schon in so einer besonderen politischen Wahrnehmung.
00:56:58: Wir können sie nicht beneiden, um manche Förderrealitäten die haben.
00:57:03: Denn auch wenn die jetzt gerade mehr Geld in den Markt rein tun muss man ja auch darauf gucken woher die kommen.
00:57:08: und die Kulturförderung in Deutschland ist schon exorbitant hoch im Vergleich zu allen anderen Ländern auf der Welt.
00:57:14: Und gewisse Best Practices gibt es in England aber auch in Frankreich oder in anderen Ländern.
00:57:19: Aber wir sind schon wir starten schon auf einem ganz guten Niveau hier.
00:57:23: Das, was die dort an Festfüllsterben erlebt haben in den letzten Jahren.
00:57:27: Das ist in der Dramatik weit weg von dem, was wir im Markt hatten.
00:57:30: Die Preissteigerungen dort sind auch viel höher noch gewesen als bei uns.
00:57:35: Auch wenn das Publikum dort bereit ist, viel Geld auszugeben für Kultur also mehr als hier und Insofern ist es doch ein anderer Markt, was den großer Unterschied ist Und dass markt bei der politischen Wertschätzung für das Thema Popkultur eine Rolle spielen ist die wirtschaftliche Bedeutung von Export.
00:57:56: Also in England ist die Popmusik ein wirklicher Exportschlager und das ist ein Aspekt, bei dem wir auch einhaken im Schulterschluss mit unseren britischen Verbandskollegen dass wir auf Bösel zugehen um zu versuchen, dass wir die Folgen, die der Brexit für das Touring-Geschäft ausmacht abzumildern.
00:58:20: Logistikregelungen.
00:58:22: Es war es nicht besonders hilfreich, dass es gerade wieder einen Regierungswechsel gab in England.
00:58:28: Wir
00:58:30: müssen
00:58:30: jetzt ein bisschen warten aber jetzt machen wir grade wieder einen Brief auch an die Regierung genauso wie an die Kommission fertig um eben die Gespräche fortzusetzen, die auch schon angefangen hatten worüber wir sehr glücklich waren.
00:58:45: also ich war in Brüssel und beim Parlament und bei der Kommission zusammen mit einer britischen Delegation, das war ein ausgesprochen spannendes Erlebnis.
00:58:55: Und die Gespräche und die Zuwendung, die wir dort erleben ist gut allerdings immer eingebettet in ganz große auch andere Themen.
00:59:05: also zwischen England und der EU sind mehr als nur Kultur Touring Fragen.
00:59:14: Gleichwohl hat uns der Brexit natürlich in besonderem Maße Betroffen, was vielen nicht so aufgefallen ist in der ersten Runde.
00:59:25: Aber ich würde sagen bevor wir jetzt die Sonderfolge direkt anmoderieren und uns dann auch noch über unsere Doppelbesteuerungsthemen unterhalten Danke Johannes danke für das Gespräch und dass wir jetzt weiter gemeinsam mit im Sinne der der Branche der weiteren Branche daran arbeiten dass das entsprechend sich verbessert.
00:59:51: Klar war der Gemeinsam und vielen Dank für die
00:59:53: Einladung!
01:00:00: So, das war die Spätsommerfolge von For The Recorded Und ich bin zusammen mit Johannes Ewecke dem Geschäftsführer des BDKV heute mal tief in die Livebranche eingetaucht.
01:00:12: Ich hoffe, die Bezüge, die wir hergestellt haben.
01:00:15: Die Fragen rund um Partnerschaften zwischen unseren Mitgliedern, seinen Mitgliederen bis hin zu Digitalisierungsfragen.
01:00:22: Wer entdeckt Künstler?
01:00:24: Wer platziert Künstlern?
01:00:26: wie entstehen große Turnelen heute?
01:00:29: einiges auch für euch dabei war.
01:00:31: Mir hat es gefallen und ich bin gespannt auf eure Bewertungen, die Kommentare und insgesamt das Feedback.
01:00:38: Bis bald!
01:00:42: For The Recorded, der Podcast für Musik-, Business-, Politik- und Gesellschaft powered by Bundesverband Musikindustrie.
01:00:48: Weitere Informationen zum deutschen Musikbusiness findet ihr im Netz auf musikindustrie.de sowie auf den Social Media Kanälen vom Bundesver band Musikindustrie auf LinkedIn, Instagram oder Facebook.
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